30 Jahre Partnerschaft: Uetersen – Wittstock

Hans-Jürgen Klatt und Jürgen Ubach

Hans-Jürgen Klatt und Jürgen Ubach


Anlässlich des 30. Jahrestags der Gemeindepartnerschaft zwischen der Christuskirche Uetersen und der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Wittstock besuchte Hans-Jürgen Klatt am 27. September unsere Geschwister in Wittstock und überbrachte das folgende Grußwort:

Liebe Partnergemeinde Wittstock, liebe Geschwister, liebe Freunde,

Seit 30 Jahren besteht nun schon die Partnerschaft unserer beiden Gemeinden in Wittstock und Uetersen und wir dürfen dafür dankbar sein, dass wir als Christen, Menschen, die jeder für sich aber auch als ganze Gemeinde auf Gott vertrauen und Jesus als unseren Mittelpunkt verstehen, dreißig Jahre diesen Gott als gemeinsamen Begleiter hatten.

Aber was macht diese Partnerschaft nach dreißig Jahren noch aus, was ist sie uns, dir und mir noch wertert?
Sicherlich stellen wir heute fest, dass sich in den vergangenen Jahren manches verändert hat. Viele Geschwister der ersten Stunde sind nicht mehr unter uns, äußere Bedingungen haben sich verändert und für die nachwachsenden Generationen sind die Ereignisse im Oktober 1989 und den Monaten danach fremd, denn für sie ist es Geschichte und nicht mehr Selbst-Erlebtes.

Geknüpft wurde unsere Partnerschaft bereits während der letzten Tage der DDR, als diese gerade die friedliche Revolution erlebt hatte und es folgten viele bunte Begegnungen, mal hier bei Euch, mal in Uetersen oder gar anderswo, wie in Mölln, Flecken Zechlin oder Lüneburg. Unvergessen für mich die Ausflüge an den Dranser See, die Schiffsrundfahrt im Hamburger Hafen und auf der Müritz, einige gemeinsame Chorprojekte – wie zum Beispiel aus Anlass des Jahres mit der Bibel 1992 vor der Klosterkirche Uetersen – oder Eure Besuche und Baueinsätze bei den Ostergarten- Ausstellungen und nicht zuletzt der regelmäßige Gedankenaustausch zwischen unseren beiden Gemeinderäten. Aber auch manche traurige oder schwierige Situation haben wir miteinander geteilt.
Die Aufzählung ist sicherlich unvollständig, könnte aber ganz bestimmt von Euch noch um Vieles ergänzt werden.

Was bringt uns die Zukunft, wie geht es weiter mit uns? Ich habe mich an das Jubiläum vor 10 Jahren erinnert, an die Bootsfahrt auf der Müritz und das Geschenk, dass Ihr uns damals überreicht habt: Zwei Seile, die miteinander verspleißt sind. Und der Spleiß ist im Gegensatz zu einem Knoten dauerhaft, wie Ihr uns damals erläutert habt. Der Spleiß, ein Symbol dafür, und das ist mein Wunsch, dass wir auch in Zukunft miteinander verbunden bleiben. Wie und in welcher Form, wird die Zeit zeigen. Aber die Bibel macht uns Mut: „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Ps 18,30) – dieses Psalmwort umschreibt die Zuversicht, die ein festes Gottvertrauen zu geben vermag. Für die Christen in der DDR, war dieses Bild vor Oktober 1989 ein Hoffnungswort: Auch die Mauer, seinerzeit errichtet, um Menschen voneinander zu trennen, werde nicht auf ewig Bestand haben. Wer Mauern überspringen will, der muss Anlauf nehmen und Kraft schöpfen. Für viele kam und kommt immer noch die Kraft aus dem Gebet.

„Mit meinem Gott überspringe ich Mauern.“ Dieses Psalmwort bleibt auch für uns und unsere Partnerschaft aktuell. Auch wenn wir manchmal müde werden, Kreativität und Kraft kleiner werden, so sollten wir gemeinsam an dem festhalten, was uns 30 Jahren verbunden und getragen hat: In Geduld und Ausdauer weiter Brücken zueinander zu bauen. Dass diese Einheit unserer Gemeinden im Kleinen aber auch als Teil unseres ganzen Volkes unter dem Segen Gottes immer mehr wachse und dauerhaft gelinge, ist Grundlage unseres Betens, nicht nur jetzt in diesem Gottesdienst sondern auch in Zukunft. Denn Gott ist es, der für uns „Pläne des Heils und nicht des Unheils hat, der uns Hoffnung und Zukunft schenken will“ (Jeremia 29,7).

Als Uetersener Geschwister grüßen wir Euch ganz herzlich und wünschen Gottes Beistand und Begleitung: Gotte segne Euch.